Der Huflattich ( Tussilago farfara)

Der Huflattich ( Tussilago farfara)

Liebe Heilpflanzenfreunde,

bereit zu einem Besuch bei einer ganz alten Heilpflanze, dem „Husten oder Asthma-Besen“?

Blüten des Huflattich im Februar

Lasst mich euch mitnehmen, unseren einheimischen Huflattich ein wenig besser kennen zu lernen!

Für mich eine sehr stark wirksame und faszinierende Heilpflanze die mich seit meiner Kindheit begleitet.Obwohl mich damals nicht seine Heilwirkung beschäftigte, sondern ich stundenlang mit seinen großen lederartigen und filzigen  Blättern spielte,in denen man auch prima Wasser aus Pfützen transportieren konnte oder Schüsselchen formen konnte (mit Binsen herum) um somit klasse gelbe Blütensuppe (Löwenzahn) zu“ kochen“ und zu“essen“.

Da ich jetzt mal davon ausgehe,dass euch dieses Rezept nicht wirklich interessiert,lege ich euch eher seine Wirkung als Heilpflanze nahe.

Unser Huflattich schickt im zeitigen Frühjahr (Februar/März) erstmal seine wunderhübschen gelben Blüten an steinigen feuchten Waldrändern hervor um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen.Wenn noch kaum etwas blüht,das alte Laub den Boden oft noch bedeckt,ist seine Stunde gekommen. Auf c.a 10 bis 20 cm langen filzig behaarten, schuppigen Stängeln biegen sich wunderhübsche warm-gelbe Blütenköpfchen den ersten Sonnenstrahlen entgegen.Sie enthalten einen weißlichen Milchsaft der bei leichtem drücken aus den Stängelenden hervortritt (ähnlich dem Löwenzahn)Es lohnt sich wirklich, sich danach zu bücken und ihren honigsüßen Duft und auch leicht süßlichen Geschmack zu genießen!Einfach himmlisch,tut so gut wenn der Frühling noch auf sich warten lässt,denn bald verblühen und vertrocknen diese hübschen Blüten und aus dem Boden schieben sich an gleicher Stelle die imposanten Huflattich-Blätter hervor.Fast bis zu 15 cm groß,tiefgrün ,Hufeisenförmig oben ledrig und mit hübschen Blattadern durchzogen und an ihrer Unterseite mit silbrigen Filzhaaren überzogen. Daher auch ihr Name: Tussilago farfara: Tussis (der Husten) ago (vertreiben) farfara (mit Haarfilz bedeckt) Nimmt man die Signaturenlehre zur Hilfe so zeigen uns die feinen Härchen eine Affinität zu unseren Nasenflimmerhaaren.

Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe

Gerbstoffe

Bitterstoffe

Salpeter

Tannine

Kalium,Kalzium,Magnesium,Zink,Eisen

in den Blättern Pyrrolizidinalkaloide(in großen Mengen leberschädigend )muss darauf hingewiesen werden,falls ihr mal eine Wagenladung voll verzehren möchtet!

 

 

Auf welche Art und Weise ist uns der Huflattich und seine Heilwirkung nun dienlich?

 

Wirkungsweise:

entzündungshemmend

Schleim lösend

antibakteriell

blutstillend

anregend

entkrampfend

schweißtreibend..u.v.m

 

Die wertvollen Inhaltsstoffe in den Huflattichblättern und auch ein wenig in seinen Blüten bewirken eine leichte Erweiterung unserer kleinsten Gefäße in der Lunge und unseren Lungenbläschen um so einen festsitzenden Schleim besser abtranportieren zu können.Dies ist besonders bei asthmatischen Beschwerden ein großer Vorteil,denn Huflattich wirkt zudem entkrampfend und fördert so auch wieder ein leichteres „durchatmen„.Es ist das Zusammenspiel der Wirkungsweise,welches den Huflattich so kraftvoll und wirksam macht. Bakterien die den Hustenschleim im Atmungstrakt besiedeln werden dezimiert,der Schleim wird verflüssigt um so besser abtransportiert werden zu können und die Verkrampfung in den Lungengefäßen wird ebenfalls gelöst. Die Lunge wird gleichzeitig gestärkt und ein Abheilen der Beschwerden und Gesunden der Atmungsorgane gefördert. So ist der Huflattich auch besonders hilfreich bei Bronchitis,Reizhusten und Emphysem-artigen Lungenerkrankungen.Seine Schleimstoffe kleiden unsere Atmungsorgane mit einer schützenden Schicht aus, um jegliche Reizungen von diesem empfindlichen System fern zu halten!

Jetzt mal in echt,welches einzelne chemische Medikament könnte dies alles so sinnvoll für unseren Körper bereit stellen? Ist es nicht immer wieder ein Wunder was Mutter Natur im Stillen da so für uns bereit hält?

Dem Huflattich werden noch weitere Heilanwendungen zu gesprochen wie z.B:

heilend als Umschlag bei Hauterkrankungen und leichten Verbrennungen

beruhigend bei Magen und Darmschleimhaut-Erkrankungen

harmonisierend bei Verstopfung aber ebenso Durchfallerkrankungen

und einigem mehr. Sein Haupteinsatzgebiet ist jedoch den Lungenerkrankungen vorbehalten,weshalb er auch in vielen Teemischungen enthalten ist.

noch junge Huflattichblätter

 

Huflattich Tee

sammelt hierfür am besten des Mittags die Blätter und auch ein paar Blüten einer in der Sonne stehenden Huflattich Pflanze,diese haben den höchsten Wirkstoffgehalt!

1 gehäufter Esslöffel mit kleingeschnittenen Blättern mit 250ml kochendem Wasser übergießen,10 Minuten abgedeckt ziehen lassen,abseihen und über den Tag verteilt trinken. Bei Bedarf etwas mit Honig verfeinern.

 

Huflattich Tinktur 

Blüten und Blätter sammeln,etwas zerkleinern und in ein dunkeles Schraubglas füllen,mit hochprozentigem Korn oder Schnaps auffüllen bis alle Pflanzenanteile gut bedeckt sind.Glas verschlossen 6 Wochen stehen lassen,danach abgießen und kühl stellen. 5 bis 10 Tropfen dieser Tinktur am besten auf einem Stückchen Zucker 3mal täglich einnehmen.

Huflattich findet sogar bereits Einzug in unserer modernen Wildkräuterküche! Man kann die Blüten zu einem Sirup oder in einem Honig gut verarbeiten oder einfach in den Frühlingssalat streuen. Die jungen Pflanzenstiele können ähnlich dem Wildspargel kurz blanchiert oder angebraten werden!Lecker!! Probiert es aus und findet eure eigenen Lieblingsrezepte!!

Huflattich Blüten die sich bereits zu „Pusteblumen“verwandelt haben

Vorsicht: Schwangere und stillende Mütter,sowie Kleinkinder sollten den Huflattich nicht verwenden!

So meine lieben Heilpflanzenfreunde, erstmal wieder genug an trockenen Informationen,oder? Jetzt heißt es wieder raus in die Natur und eigene beglückende und heilsame Erfahrungen machen!

Viel Freude beim   suchen und   finden,     eure Bernadett

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